IBZ Leipzig

Ort:
Leipzig
Bauherr
Alexander von Humboldt Stiftung, Bonn
Leistung:
Vorentwurf inklusive Bauleitung
Fertigstellung:
1998
Bruttofläche:
1.850 m²
Baukosten:
3.700.000 €
Google Earth:
51°19'51.07", 12°23'41.97"
Nach der Wiedervereinigung begann die Alexander von Humboldt Stiftung ein Netz von internationalen Begegnungszentren (IBZ) in den neuen Bundesländern aufzubauen. Die Stiftung wurde 1992 im Rahmen des Hochschulerneuerungsprogrammes von der Bund-Länder-Kommission beauftragt, Quartiere für Gastdozenten und -wissenschaftler aus aller Welt an den Hochschulstandorten zu errichten.
Auch die Universität Leipzig, eine der ältesten und renommiertesten in Deutschland, hatte es sich zum Ziel gesetzt, einen Weg für internationalen Wissensaustausch zu ebnen.

So wurde im Oktober 1998 das Werner-Heisenberg-Haus als viertes internationales Begegnungszentrum in Leipzig feierlich eingeweiht. Seinen Namen erhielt es nach dem berühmten Quantenphysiker und Nobelpreisträger Werner Heisenberg, der von 1927 bis 1942 als damals - mit 26 Jahren - jüngster Professor der Universität Leipzig das benachbarte Institut für theoretische Physik leitete.

Der Standort des Internationalen Begegnungszentrums im Südosten der Innenstadt ist durch ein städtebaulich äußerst heterogenes Umfeld gekennzeichnet, auf das wir mit einer klar begrenzten, prägnanten baulichen Figur reagieren. Der Baukörper steht für sich, er setzt einen kräftigen, selbstbewussten Akzent, gleichzeitig reagiert er in seiner geometrischen Ausrichtung und in seiner Gestik sehr subtil auf die vorhandenen strukturellen und geometrischen Bezüge.
Mit unserem Entwurf variieren wir den zeitlosen und Kulturen übergreifenden Typus des Atriumhauses. Zentrum und kommunikative Mitte bildet der transparente Lichthof, der sich zum gegenüberliegenden Friedenspark hin großzügig öffnet.

Die innere Struktur des Gebäudes ist auf dieses Zentrum hin ausgerichtet, alle Räume lagern sich dreiseitig an das Atrium an.
Die Wohnungen in den drei Obergeschossen werden über umlaufende Laubengänge erschlossen. Die Grundrisse sind trotz der äußerst knappen Dimensionierung in drei Bereiche gegliedert, welche die Sequenz von der Öffentlichkeit der großen Halle zur Privatheit des äußeren "Rings" markieren.

Jede Wohnung besitzt eine am Laubengang gelegene, kommunikative Zone (Eingangsbereich, Küche, Essplatz).

Die Grundrisstypologie fördert das Gefühl der Zusammengehörigkeit, es entsteht ein quasi familiäres Zusammenleben der Bewohner.