Kita am Max-Lebsche-Platz

Ort:
München Großhadern
Bauherr
Landeshauptstadt München
Leistung:
LPH 3 - 8
Fertigstellung:
2006
Bruttofläche:
1.100 m²
Baukosten:
2.800.000 €
Google Earth:
48°06'27.60", 11°28'28.49"
Der Entwurf der Kooperationseinrichtung am Max-Lebsche-Platz – eine Weiterentwicklung der bekannten Kindertagesstätte, in der Kinder vom Säuglings- bis ins Grundschulalter betreut werden – ist aus einem städtebaulichen Realisierungswettbewerb entstanden, den unser Büro im Jahr 1996 gewonnen hat.

Innerhalb des städtebaulichen Gefüges des Quartiers nimmt die "Koop" einen zentralen Platz ein – ein Solitär in einem ansonsten einheitlich strukturierten Umfeld aus Wohn- und Bürobauten. Die auf den ersten Blick ungewöhnliche Form des Baukörpers ergibt sich aus dem Wunsch des Bauherren, eine großflächige Photovoltaikanlage als Demonstrationsobjekt in den Bau zu integrieren. Die Neigung des Hauptdaches nach Süden wird durch den für die Energiegewinnung optimalen Winkel bestimmt.

Über den zurückhaltend gestalteten Kubus der Nebenräume, der als lang gestreckter Riegel der Straßenflucht folgt, schiebt sich von Süden der zweigeschossig gestaffelte Bereich der Gruppenräume. Er tritt durch seine Hülle aus vorpatiniertem, grünen Kupferblech, das Wände und Dächer umschließt, prägnant in Erscheinung und schafft damit das notwendige Gegengewicht zum relativ massiven baulichen Umfeld.

Ein großes "Schaufenster", ein offenes Regal über zwei Geschosse, verbindet die Eingangshalle mit dem Vorplatz und weist mit den darin ausgestellten (von den Kindern selbst gemachten) Objekten auf den besonderen Zweck des Gebäudes hin. Die ebenfalls in dieses Regal integrierte "Kunst am Bau" – in die Fassade eingebaute, fotographisch gestaltete Leuchtkästen- nimmt Bezug auf die Nutzung der Sonnenenergie.

Im Kontrast zur markanten, skulpturalen und farblichen Geste des Baukörpers bleibt die Gestaltung der Innenräume bewusst zurückhaltend: weiße Wände und Decken, Buchenholz, orangerote Linoleumböden, um Raum für die Fantasie der Kinder zu lassen.

Auf der Südseite öffnen sich die Räume über großzügige Holzdecks und Spielhöfe zum Garten.
Die Freiflächengestaltung nimmt Bezüge aus der Architektur auf, die modellierte Hügellandschaft setzt das bewegte Spiel der gebauten Formen fort.

Die 325m² große, zusammenhängende Photovoltaik-Anlage ist flächenbündig in die Dachhaut integriert. Die bei Sonneneinstrahlung erzeugte Energiemenge wird direkt in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Durch die massive Bauweise des nördlichen Gebäudeteils mit 49cm dicken Ziegelwänden und kleinen Öffnungen wird der über Fernwärme gedeckte Heizenergiebedarf niedrig gehalten. Der Jahresbedarf (Berechnung im Wärmeschutznachweis 2002 nach EneV) liegt bei 45,7 kWh/m² und erfüllt den städtischen Niedrigenergiestandard.

Nach Süden hin öffnet sich der Baukörper über die gesamte Fassadenbreite. Durch den vorgelagerten Balkon und den weiten Dachüberstand ist ein guter baulicher Sonnenschutz vorhanden, so dass in den Räumen trotz der großflächigen Verglasung lediglich ein Blendschutz erforderlich ist.