Hochschule für Film & Fernsehen

Ort:
München
Fertigstellung:
2004
Zentrales Leitmotiv des Konzepts, das in struktureller, stadträumlicher und funktionaler Hinsicht den Entwurf bestimmt, ist die Wegeführung durch das Quartier.
Die übergeordneten Bezüge zu den wichtigen, publikumsintensiven Brennpunkten in der Umgebung wie auch die direkte Anbindung an die am meisten frequentierten Wege sprechen für eine Verbindung der nordwestlichen mit der südöstlichen Ecke des Grundstücks. Aus diesem Gedanken, verbunden mit dem Wunsch der HFF nach einer Mitte, einer „Agora“, entstand die Raumdisposition einer Gasse, eines „Film-Boulevard“, der - aus Richtung Königsplatz kommend - auf einen zentralen Platz mündet. Dieser urbane Marktplatz dient als Treffpunkt, Versammlungsort, Open-Air-Kino und Verteiler; er wird, in der Art eines klassischen Forums, gerahmt von den Bauten und Nutzungen, die in Verbindung mit der Öffentlichkeit treten: Nach Westen und Norden schließt die Hochschule mit ihren zentralen Berei-chen an. Nach Süden öffnet sich das große Foyer der HFF mit den Kinos, dem Audimax und der Bibliothek; die Galerien werden zum Zuschauerraum für Freilichtaufführungen. Im Osten (Orient!) gewährt der geheimnisvoll schimmernde Kubus des Ägyptischen Museums Einblick in sein Inneres.

Von der Agora aus erreicht man über zwei weitere Gassen den großen Vorplatz des Museums, das Skulpturen-Plateau, an dem die Wege von den Pinakotheken zusammentreffen.
Die Proportionen des Museums, des Plateaus und der Agora sind aus der derzeit noch bestehenden kubischen Baustruktur abgeleitet - ein Hinweis auf die (Architektur-) Geschichte des Ortes, zudem wird der „schwarzen Würfel“ als Relikt eines markanten städtebaulichen Ensembles in die neue Struktur integriert.
Die bauliche Figuration der HFF spiegelt die funktionale Gliederung wider. Die zentralen, öffentlich zugänglichen Bereiche liegen beidseits der Gasse und an der Agora, die internen Nutzungen schließen sich als „Schale“ um den Kern der Studios. Der nordöstliche Flügel bildet eine Projektionswand als vis-à-vis zum Foyer.

Mit Ausnahme der den Boulevard begleitenden Arkadenzone, die als Glasfront ausgebildet ist (Nor-den - kein Sonnenschutz), ist die HFF in massiver Bauweise (Beton, Ziegel, Putz) mit Lochfassaden ausgeführt. Auf teure, aufwendige Verkleidungen wird bewusst verzichtet; die Architektur ist klar und zurückhaltend - unspektakulärer Rahmen für einen „glamourösen“ Inhalt.

Der Bereich des späteren zweiten Bauabschnitts wird - in Fortführung der Grünstruktur vor der Alten Pinakothek - mit Linden bepflanzt; ein Sandplatz für vielfältige Zwecke (Boule ...), von einem lichten grünen Dach beschattet.
Das Museum Ägyptischer Kunst ist ein „goldener Schrein“, im Sonnenlicht hell glänzend, abends mys-tisch schimmernd. Durch die Fugen der metallischen, mit einer hauchdünnen Schicht aus Blattgold überzogenen Hülle dringt Tageslicht ins Innere, bei Dunkelheit strahlt der Schrein ein gedämpftes Leuchten aus. Der Stein, neben dem hellen, schwerelosen, die Sonne symbolisierenden Gold das dunkle, gewichtige, erdgebundene Element, formt als „Haus im Haus“ die Ausstellungsräume. Im Freien zeichnet er sich ab als Plateau über einem in die Erde versenkten Sockel, den man als Besu-cher, über Rampen abwärts steigend, erreicht und durchwandert (der zweite Bauabschnitt wird diesen Weg am Ende wieder nach oben führen).